Ein Artikel aus der PFORZHEIMER ZEITUNG vom 14.06.2002


Der Erdbeerduft liegt in der Luft
leckere Erdbeeren

NUSSBAUM. Es könnte so einfach sein: Man geht in den Supermarkt um die Ecke und kauft sich eine Schale der kleinen süßen Früchte. Kein knien auf dem Boden, keine roten, klebrigen Finger, kein Aufwand.

Warum gibt es dennoch immer mehr Menschen, die diese scheinbaren Mühen auf sich nehmen und ihre Erdbeeren auf einem der vielen Felder in der Umgebung selbst pflücken?

"Weil es Spaß macht", sagt Olga Fening. Die Pforzheimerin, die mit Sohn Adrian nach Neulingen-Nußbaum auf das Erdbeerfeld des Panoramahofs gekommen ist, erntet in diesem Jahr ihre Erdbeeren zum ersten Mal direkt vom Stock. "Die Früchte hier sind viel frischer als im Supermarkt", erklärt sie und pflückt weiter, denn außer ihrem eigenen Eimer muss sie noch Körbe für die Tante und die Nachbarin füllen.

Da Christa Jurk ihre Erdbeeren gern nach ihren Wünschen aussucht, ist das Selberpflücken für sie natürlich genau das Richtige. "Man sieht schon an der kräftigen Farbe, dass die Früchte hier eine bessere Qualität haben", meint die Brettenerin, die einmal in der Woche nach Nußbaum kommt, um immer einen frischen Vorrat daheim zu haben. "Meinen Rumtopf setze ich mit Erdbeeren an, außerdem koche ich Marmelade und mache Kuchen." Damit sie auch im erdbeerlosen Winter ab und zu ein wenig naschen kann, friert sie einen Teil der Früchte ein, die in sechs Monaten "noch fast wie frisch gepflückt" schmecken.

Roswitha Drapa aus Stein weiß noch nicht genau, was sie mit den fünf Kilo Erbeeren, die sie in einer großen Schüssel sammelt, anfangen wird. "Wahrscheinlich werden wir sie einfach mit Zucker oder Sahne essen, da kommt das gute Aroma am besten zur Geltung". Sohn Tobias, der heute als Erntehelfer dabei ist, findet es ebenso wie seine Mutter besonders toll, dass man während des Pflückens so viele Erdbeeren essen darf wie man möchte. "Gott sei Dank wird man selbst nach dem Pflücken nicht auf die Waage gelegt", lacht sie.

Das "besondere Aroma" der Nußbaumer Erdbeeren schätzen Angelika von Klahr und Annette Weber, die von Jöhlingen mehrmals in der Erdbeer-Saison zum Panoramahof kommen. "Wir verwenden die Früchte für fast alles: Quark, Marmelade, Kuchen. Und im Sommer geht nichts über eine gekühlte Erdbeer-Bowle." Sohn Daniel und Tochter Nicole, die heute nicht in den Kindergarten müssen, helfen fleißig beim Pflücken - schließlich wollen die vier mit mindestens 15 Kilo nach Hause gehen. "Uns gefällt die Umgebung hier so gut. Wir genießen die Natur und das schöne Wetter", schwärmt Annette Weber. Im Supermarkt wollte Angelika von Klahr ihre Erdbeeren nicht kaufen, "denn es gibt doch nichts Schöneres, als mit offenem Fenster aufs Erdbeerfeld zuzufahren und schon von weitem den Duft der frischen Früchte in der Nase zu haben." Regina Bossert

Dieser Artikel stand am 14.06.2002 in der Pforzheimer Zeitung