BAUERNREGELN


Als Landwirte leben und arbeiten wir ganz besonders mit dem Wetter. Dabei kann man sich natürlich leider nicht nur auf Bauernregeln verlassen... Trotzdem kann es sehr interessant sein mal zu schauen, was die alten Bauernregeln tatsächlich über das Wetter verraten können.



Alle hier vorgestellten Analysen der Bauernregeln stammen von den Meteorologen des Internet-Wetterservices www.donnerwetter.de




       



BAUERNREGELN für JANUAR


Obwohl die Tage nun wieder länger werden, schlägt der Winter im Januar erst so richtig zu. Was können die Bauernregeln über das Wetter im Januar verraten?

"Werden die Tage länger, wird der Winter strenger." - Diese Bauernregel beschreibt einen Effekt, der tatsächlich stutzig machen kann: Nicht um Weihnachten, den kürzesten Tagen des Jahres, werden die tiefsten Tagesmittel-Temperaturen gemessen, sondern erst Mitte Januar. Mit den Kaltlufteinbrüchen im Januar werden dann manchmal Werte um -25 Grad in Deutschland erreicht, obwohl die Tage wieder länger werden.

"Ist der Januar feucht und lau, wird das Frühjahr trocken und rauh." - Diese weit bekannte Bauernregel läßt sich statistisch kaum bestätigen. Es folgen mit gleicher Wahrscheinlichkeit feuchte und trockene Frühjahrsmonate.

"Ist bis Dreikönigtag kein (strenger) Winter, so kommt auch keiner dahinter." - Die langjährigen Wetterstatistiken zeigen: Ist es bis zum 6. Januar deutlich zu mild, dann bleibt es auch mit 70 % Wahrscheinlichkeit den Rest des Monats wärmer als normal. Auch der Februar ist zu 60 % zu mild. Ist es zu kalt und liegt eine Schneedecke, dann ist mit 80 % Wahrscheinlichkeit auch insgesamt ein zu kalter Januar zu erwarten.

"Wenn zu Antoni (17. Januar) die Luft ist klar, gibt es ein trockenes Jahr" - Tatsächlich erstaunlich: Ist zwischen dem 14. und 20. Januar die Sonnenscheindauer überdurchschnittlich hoch, dann fällt zu 70 % das Jahr insgesamt zu trocken aus!

"Friert es auf Vigilius (31. Januar), im Märzen Kälte kommen muß." - Auch diese Regel läßt sich bestätigen, denn zu 65 % treten im März mehr Frosttage auf, wenn es Ende Januar zu kalt ist.

"Je frostiger der Januar, desto freundlicher das ganze Jahr." - Diese Bauernregel verspricht eine recht angenehme Entschädigung. Doch bestätigen läßt sie sich anhand der Wetteraufzeichnungen nicht.


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BAUERNREGELN für FEBRUAR


Der „Tiefpunkt des Jahres" ist überschritten, im Februar geht es normalerweise mit den Temperaturen langsam bergauf. Es kann aber auch noch strengen Frost geben.

"Scheint an Lichtmess (2.2.) die Sonne heiß, kommt noch sehr viel Schnee und Eis." oder "Sonnt sich der Dachs in der Lichtmesswoche, bleibt er 4 Wochen noch im Loche." - Diese Regeln werden durch die langjährigen Wetteraufzeichnungen tatsächlich bestätigt. Wenn es in der ersten Februarwoche sonniger als normal ist, wird es mit über 70% Wahrscheinlichkeit mehr Frosttage als üblich im Februar und März geben. Der Grund ist die Erhaltungsneigung des Wetters. Bestimmt ein Hochdruckgebiet das Wetter Anfang Februar, bringt es einen klaren Himmel mit viel Sonnenschein. Oftmals bleibt das Hochdruckwetter dann auch über ein paar Wochen bestehen. Allerdings kühlt sich die Erde in den Nächten bei wolkenfreiem Himmel stärker ab, als die Februar-Sonne sie am Tag aufheizen kann. Die Temperaturen sinken kontinuierlich.

"Felix und Petrus (21./22.) zeigen an, was wir 40 Tage für Wetter han." und "Wie es Petrus und Matthias (22./23.) macht, so bleibt es noch 40 Nacht." - Auch diese Regeln lassen sich gut bestätigen. Regnet es zwischen dem 21 und 23. nicht, dann bleibt es in den meisten Fällen auch die folgenden 3-4 Wochen zu trocken. Auch die Temperaturen verhalten sich mit hoher Wahrscheinlichkeit ähnlich. Ist es zu kalt, dann bleibt die Kälte mit 70-75 % Wahrscheinlichkeit.

"Im Hornung (Februar) Schnee und Eis, macht den Sommer lang und heiß." - Leider hält das Wetter offensichtlich nicht viel von ausgleichender Gerechtigkeit. Denn die Statistiken zeigen nicht, dass auf einen kalten Februar tatsächlich ein schöner Sommer folgen muss.

"Ist der Februar sehr warm, friert man Ostern bis in den Darm." - Obwohl diese Regel überaus anschaulich versucht das Wetter zu beschreiben - bestätigen lässt sie sich nicht. Nach einem warmen Februar wird ein verspäteter Kälterückfall nicht unbedingt wahrscheinlicher.


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BAUERNREGELN für MÄRZ


Mit dem März beginnt das meteorologische Frühjahr und die dunkle Jahreszeit endet. Die Tage werden immer länger - zum Ende des Monats sogar über 12 Stunden. Viele der alten Bauernregeln versuchen, einen Ausblick auf die folgenden Monate und sogar den Sommer zu geben.

"Einem freundlichen März folgt ein freundlicher April." - Die Wetterstatistiken sprechen gegen diese Regel. Denn wenn der März sonniger und wärmer als im Durchschnitt verläuft, folgen trotzdem zu warme und zu kalte Aprilmonate mit gleicher Wahrscheinlichkeit. Interessanterweise ist aber der Umkehrschluss möglich: Wenn der März „unfreundlich" ist, es also wenig Sonne und niedrige Temperaturen gibt, dann folgt mit fast 65-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch ein unfreundlicher April!

"Wie’s im März regnet, wird’s im Juni wiederregnen." - Glücklicherweise läßt sich diese Regel nicht bestätigen; es gibt nach einem verregneten März durchaus Hoffnung auf einen schönen Sommer. Denn mit gleicher Wahrscheinlichkeit folgen zu trockene oder zu nasse Monate.

"Regen, den die 40 Märtyrer (10. März) senden, wird erst nach 40 Tagen enden." Selbst mit 40 Märtyrern hat das Wetter kein Erbarmen und macht ihren Regen zunichte: Die langjährigen Wetteraufzeichnungen beweisen, dass genauso gut auch trockene Tage folgen können.

"Wie das Wetter zu Frühlingsanfang (21. März), ist es den ganzen Sommer lang." Ein einziger Tag soll über den ganzen Sommer entscheiden? Aus meteorologischer Sicht ist weniger ein besonderer Stichtag bestimmend, sondern eher ein Zeitraum von einigen Tagen um den Stichtag, der die Wetterlage beschreibt. Und so weist ein deutlich zu warmer Frühlingsanfang tatsächlich auf einen warmen und sonnigen Sommer hin. In 70 Prozent der Fälle trifft diese Regel zu, besonders Juni und Juli werden zu 60-70 Prozent schön. Für den August lässt sich jedoch keine Aussage treffen.

"Hält St. Ruprecht (28. März) den Himmel rein, so wird es auch im Juli sein." - Erstaunlich aber wahr: Ist es um den 28. März herum wirklich sonnig, so wird der Juli mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit heiter und schön! Ist es aber trübe, dann wird es zu 60 Prozent auch im Juli trübe sein.


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BAUERNREGELN für APRIL


Das Wetter der kommenden Wochen ist sprichwörtlich geworden. So sprichwörtlich, dass man auch in anderen Monaten bei wechselhaftem Wetter von „April-Wetter" spricht. Die Bauernregeln versuchen Licht in das Wetter-Chaos zu bringen.

„April, April, der macht was er will" - dürfte wohl die bekannteste aller Bauernregeln sein. Und genießt ihren Ruhm mit Recht, beschreibt sie doch das April-Wetter sehr gut: Einmal klettern die Temperaturen auf sommerliche 20 Grad, ein paar Tage später wird es schon wieder eisig kalt und es fällt sogar Schnee. Der Grund ist die Umstellung des Wetters von Winter auf Sommer, die unterschiedliche Erwärmung von Wasser und Land. Während die Landmasse des Kontinents durch die April-Sonne schon recht stark aufgeheizt wird, sind das Wasser der Meere und die Polargebiete noch winterlich kalt. Je nach Richtung der Luftströmung setzt sich dann kalte oder warme Luft durch. Durch die großen Temperaturunterschiede von Land und Wasser können sich auch keine Hochs und Tiefs stabil halten, das Wetter wechselt schneller als im Winter oder Sommer.

„Gibt’s im April mehr Regen als Sonnenschein, wird warm und trocken der Juni sein." - Wissenschaftlich bestätigen lässt sich diese Regel anhand der langjährigen Wetteraufzeichnungen nicht. Anscheinend ist das Wetter nicht ganz so ausgleichend gerecht, wie es sich die alte Weisheit wohl wünscht.

„Wie’s im April und Maien war, so wird das Wetter im ganzen Jahr." Eine Regel, die im direkten Widerspruch zur vorigen steht. Und tatsächlich ist an ihr auch etwas dran. Denn in zwei von drei Fällen folgt einem warmen April/Mai wirklich ein insgesamt warmer Sommer. Ein zu kaltes Frühjahr dagegen sorgt auch für einen zu kalten Sommer.

„Wenn’s viel regnet am Amantiustag (8. April), ein dürrer Sommer folgen mag." Auf den ersten Blick widerspricht das natürlich widerum der „April und Maien"-Regel, doch so einfach ist es nicht. Denn wenn man nur den Zeitraum um den 8. April betrachtet und in dieser Zeit sehr viel Regen fällt, dann kann man wirklich mit einer Wahrscheinlichkeit von immerhin 60 - 70 Prozent einen zu trockenen Sommer erwarten.


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BAUERNREGELN für MAI


Mit dem „Wonnemonat Mai" steigt die Hoffnung auf angenehmeres Wetter, steht doch der Mai für Sonnenschein, milde Temperaturen und das endgültige Ende des Winters. Auch die alten Wetter-Weisheiten beschreiben in diesem Monat vor allem den Wechsel zum Sommer.

„Ehe nicht Pankratius, Servatius und Bonifazius (12.-14.5.) vorbei, ist nicht sicher vor Kälte der Mai." - Auch im Mai kann es noch zu starken Kälteeinbrüchen kommen, wenn auch das oft sehr warme Wetter fast darüber hinwegtäuschen mag. Tatsächlich fallen gerade im Zeitraum um den 12. bis 14. häufig die Temperaturen rapide ab, wodurch es in den Tälern Bodenfrost und in den Höhenlagen sogar Schneeschauer geben kann. Die Bodenfrostwahrscheinlichkeit liege in ganz Deutschland immerhin bei 30 Prozent, in ungünstigen Lagen auch bei bis zu 50 Prozent.

„Nordwind im Mai bringt Trockenheit herbei" - Eine Regel, die für uns in Deutschland fast immer und zu jeder Jahreszeit gültig ist, da eine Luftströmung aus dem Norden meist trockene Luftmassen zu uns führt. Die Besonderheit im Mai, die wahrscheinlich auch zur Entstehung dieser Regel geführt hat: Erstmals können sich zu dieser Jahreszeit die ersten Hochdruckgebiete tagelang halten und so auch die Windrichtung für längere Zeit bestimmen. Die Temperaturen steigen dann auf 15 - 20 Grad, nachts kühlt es sich aber auf 0 - 5 Grad ab und es friert häufig leicht.

„St. Urban (25.) gibt der Kälte den Rest, wenn Servatius noch was übrig läßt." - Vor allem für Bauern war und ist diese Weisheit eine einfache Faustregel, bis zu welchem Zeitpunkt noch mit Nachtfrösten gerechnet werden muss. Denn laut Statistik treten sie ab Ende Mai nur noch ganz selten bei Kaltlufteinbrüchen in ungünstigen Lagen auf.

„Wie's Wetter am St. Urbanstag (25.5.), so es im Herbst wohl werden mag." - Der St. Urbanstag dient auch als Stichtag für einen Ausblick auf den Herbst. Allerdings ist zwischen der Mai-Witterung und dem Wetter im Herbst kein direkter Zusammenhang zu entdecken. Immerhin zeigt die Wetterstatistik aber doch, daß die Wahrscheinlichkeit für viel Sonne im Herbst recht hoch ist, wenn schon Ende Mai die Sonne häufig schien.


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BAUERNREGELN für JUNI


Nach dem Kalender beginnt der Sommer erst am 21. Juni, doch für viele steht der letzte Frühlingsmonat bereits für sommerliches Wetter. Wie die mittelalterlichen Schöpfer der Bauernregeln den Übergangsmonat sahen und was von ihren Regeln heute noch zu halten ist, haben die Meteorologen des Internet-Wetterservice „Donnerwetter" unter die Lupe genommen.


„Wie's Wetter zu Metardi (8. Juni) fällt, es bis zum Monatsende hält." - Es klingt fast zu einfach und doch trifft diese Regel ganz gut: Fällt im Zeitraum um den 8. Juni häufig Regen, so gibt es mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent auch in den Folgetagen bis Ende Juni viele Regenfälle. Ist es allerdings trocken, so lässt sich keine Prognose treffen.

„Der Wind dreht sich um St. Veith (15. Juni), da legt sich das Laub auf die andere Seit." und „St. Veith bringt Regen mit." - Ende Mai und Anfang Juni bestimmen häufig stabile Hochdruckgebiete das Wetter, so dass in diesem Zeitraum die Tage mit der geringsten Regenwahrscheinlichkeit des Jahres liegen. Mitte Juni erreichen dann meist wieder die ersten Tiefausläufer Deutschland, es regnet häufig und der Wind wechselt öfter die Richtung, bringt also auch kalte Luftmassen nach Deutschland. Eingebürgert hat sich hierfür der Begriff "Schafskälte".

„Regnet es am Siebenschläfertag (27. Juni), es noch 7 Wochen regnen mag." / „Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag." - Die sehr eingängige Siebenschläferregel ist auch heute noch eine der bekanntesten Bauernregeln. Und tatsächlich fällt das Wetter der folgenden sieben Wochen in fast zwei von drei Fällen (63 Prozent) ähnlich aus wie Ende Juni, Anfang Juli. In diesem Zeitraum stabilisiert sich die Wetterlage über Europa. Dann entscheidet sich, ob unser Sommerwetter vorwiegend durch warme südliche oder kalte nördliche Luftströmungen beeinflußt wird. Der „Tag der Entscheidung" hat sich jedoch durch die gregorianische Kalenderreform im Jahr 1582 verschoben, der Siebenschläfertag müsste heute eigentlich auf den 7. Juli fallen. Richtet man die Langfristprognose nach diesem Zeitraum, erhöht sich die Treffergenauigkeit sogar auf über 70 Prozent!

„Stellt der Juni mild sich ein, wird's auch der September/Dezember sein." - Der ganz weite Blick in die Zukunft war aber auch unseren Vorfahren verwehrt - zwischen einem statistisch zu warmen Juni und einem milden September oder Dezember läßt sich kein Zusammenhang finden.


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BAUERNREGELN für JULI


Viele der alten Wetter-Weisheiten haben inzwischen ihren Zauber verloren - sie wurden durch die langjährigen Aufzeichnungen der Wetterstationen widerlegt. Doch erstaunlicherweise beschreiben die zum Teil aus dem Mittelalter stammenden Regeln das Sommerwetter ganz gut.


„Fällt Regen am Heimsuchungstag (2.Juli), 4 Wochen lang er währen mag."
„Wie’s Wetter an St. Margaret (13.Juli), dasselbe noch vier Wochen steht."


Viele der Juli-Bauernregeln sind im Prinzip Varianten der berühmten „Siebenschläferregel", die allgemein auf den 27. Juni bezogen wird: „Regnet es am Siebenschläfertag, es noch 7 Wochen regnen mag." Doch wegen der Verschiebung durch die gregorianische Kalenderreform im Jahre 1582 müßte der Stichtag für die „Sieben-Wochen-Prognose" inzwischen der 7. Juli sein.

In diesem Zeitraum beruhigt sich häufig die Wetterlage über Europa, die west-östlichen Zugbahnen der Hoch- und Tiefdruckgebiete bleiben dann über Wochen relativ konstant, es gibt nicht mehr den schnellen Wechsel, der zum Beispiel das unbeständige Aprilwetter ausmacht. Nun können sich gegebenenfalls Hochdruckgebiete länger über Europa stabilisieren und damit für trockene, warme Luft und einen Himmel mit wenig Wolken sorgen.

Bezieht man zum Beispiel die Siebenschläferregel auf Ende Juni / Anfang Juli, dann trifft sie in zwei von drei Sommern (70 Prozent) tatsächlich zu und ist damit eine der treffsichersten Bauernregeln.



„Sind um Jakobi (25.7.) die Tage warm, gibt’s im Winter viel Kälte und Harm."
„Genauso wie der Juli war, wird nächstes Mal der Januar."

Eine wissenschaftliche Begründung lässt sich nicht finden, aber interessanterweise steckt auch in diesen Bauernregeln eine Portion Wahrheit: Ist der Juli zu warm, folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 60-65 % ein zu kalter Januar. Zum Vergleich: Ein Wert von 50 % würde bedeuten, dass die Regel in der Hälfte der Fälle daneben liegt. Jedoch lässt sich dieser zwar schwache aber zumindest teilweise vorhandene Zusammenhang nicht auf den gesamten Winter übertragen - hier sind warme und kalte Monate gleich wahrscheinlich.


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BAUERNREGELN für AUGUST


„Schöner Laurentiustag (10.8.) – trockener Herbst" - Sie klingt fast zu einfach um wahr zu sein, doch diese Regel lässt sich tatsächlich anhand der Wetteraufzeichnungen beweisen: Gibt es mehr Sonne als üblich im Zeitraum um den 10. August, dann werden mit einer Wahrscheinlichkeit von fast 80 Prozent die Monate September bis November trockener als im Durchschnitt.

„Wie das Wetter zu Kassian (13.8.), hält es noch viele Tage an." - „Wie das Wetter am Himmelfahrtstag (15.8.), so es noch zwei Wochen sein mag." - Auch diese beiden Regeln lassen sich gut bestätigen. Ist das Wetter Mitte August noch schön, so wird es mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit bis Ende August auch schön bleiben (70-80 %). Die Ursache ist die Erhaltungsneigung der Atmosphäre. Hat sich erst einmal ein Hoch in Mitteleuropa festgesetzt, bleibt es meist auch bis Ende des Monats.

„Wie sich an Bartholomäus (24.8.) das Wetter verhält, so ist es auch im Herbst bestellt." - Ist es Ende August besonders warm, ist meist auch der Herbst recht mild. Immerhin zu 65 % stimmt diese Regel. Besonders Oktober und November fallen dann zu warm aus, der September ist meist nur durchschnittlich warm.

„Macht der August uns heiß, bringt der Winter viel Eis." - „Ist’s in der ersten Augustwoche heiß, bleibt der Winter lange weiß." - „Hundstage heiß – Winter lange weiß." - Besonders viele Bauernregeln versuchen einen Zusammenhang zwischen einem warmen August und einem eisigen Winter herzustellen. Doch diese Regeln lassen sich nicht bestätigen, da nach einem überdurchschnittlich warmen August mit einer Wahrscheinlichkeit von immerhin 75 Prozent meist ein zu milder Februar folgt. Zu dieser Erkenntnis kommt aber auch eine andere Wetter-Weisheit: „Wie der August war, wird der künftige Februar."


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BAUERNREGELN für SEPTEMBER


Im September besteht die Hoffnung auf einen schönen „Altweibersommer", bevor der Herbst anbricht. Den Übergang der Jahreszeiten versuchen viele der Bauernregeln zum September zu beschreiben. Wie gut man sich auf sie verlassen kann, haben die Meteo-rologen des Wetterservice www.donnerwetter.de unter die Lupe genommen.

„Der September ist der Mai des Herbstes." - Kurz und prägnant trifft es diese Bauernregel ziemlich genau, denn September und Mai sind zum Beispiel bei den Temperaturen sehr ähnlich: Mit dem September sinken sie tagsüber auf etwa 20 Grad ab, nachts kann es ähnlich wie im Frühjahr auch schon einmal deutlich unter 10 Grad kalt werden.

„Gib auf Ägidien (1.9.) wohl acht, es sagt dir, was der Monat macht." oder „September schön in den ersten Tagen, will den ganzen Herbst ansagen."
Prüft man diese Regeln anhand der langjährigen Wetterstatistiken, dann treffen sie immerhin in zwei von drei Fällen zu: Wenn der Monatsanfang deutlich zu warm ver-läuft, wird auch der Rest des Monats wärmer als durchschnittlich sein. Regnet es dagegen viel am Monatsanfang, wird es mit 60-prozentiger Wahrscheinlichkeit einen zu nassen September geben. Der meteorologische Hintergrund ist meistens, daß sich die sommerlichen Hochdruckgebiete länger als in anderen Jahren halten können, der rasche Wechsel von Hochs und Tiefs während des Übergang zur winterlichen Hälfte des Jahres erst später einsetzt. Übrigens sind die Schönwetterperioden am Anfang des Monats sprichwörtlich geworden: Im Volksmund heißen sie „Altweibersommer".

„Ist es hell am Kreuzerhöhungstag (14.9.), so folgt ein strenger Winter nach."
Besonders verläßlich ist diese Wetter-Weisheit nicht, aber immerhin: Einem sonnigen 14. September folgt mit einer Wahrscheinlichkeit von 60 Prozent ein zu kalter Winter mit zu vielen Frosttagen.

„Kommt der Michel (29.9.) heiter und schön, wird’s vier Wochen weitergehen."
Beobachtet man das Wetter im Zeitraum um den 29. September, so läßt sich tatsäch-lich anhand dieser Regel eine gute Prognose für den Oktober abgeben: Ist es Ende September zu warm, wird es mit einer Wahrscheinlichkeit von 70 Prozent auch in der Folgezeit verhältnismäßig warm sein.

„Ist der September lind, wird der Winter ein Kind."
Diese Bauernregel wagt einen sehr weiten Ausblick und stimmt dabei erstaunlich oft! Ist der September deut-lich zu warm, wird der Winter im Vergleich zu den Durchschnittswerten ebenfalls zu mild. Besonders der Februar ist dann mit einer Wahrscheinlichkeit von 85 Prozent zu warm.


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BAUERNREGELN für OKTOBER


Mit dem Oktober setzt sich endgültig der Herbst durch. Einige der Bauernregeln für den Oktober versuchen einen weiten Ausblick in die kalte Jahreszeit.

"Oktober rauh - Januar flau" - "Ist der Oktober warm und fein, kommt ein scharfer Winter drein, ist er aber naß und kühl, mild der Winter werden will." - Es gibt tatsächlich einen Zusammenhang zwischen einem kalten Oktober und einem warmen Januar. Entscheidend dafür ist wahrscheinlich die Ausgangssituation für die Winterwetterlage. Ist der Oktober um mindestens 1,5 Grad zu kalt, dann wird der Winter mit 70% Wahrscheinlichkeit zu warm ausfallen! Ist der Oktober dagegen zu warm und zu trocken (mindestens 1,5 Grad wärmer als normal), dann ist mit 90% Wahrscheinlichkeit ein zu kalter Winter und besonders ein zu kalter Januar zu erwarten.

Die Erklärung des erstaunlichen Ergebnisses: Gibt es im Oktober häufig Hochdruckwetterlagen, so ist im Januar ebenfalls mit Hochdruckwetter zu rechnen. Im Herbst ermöglichen diese viel Sonnenschein, Trockenheit und Wärme. Im Januar jedoch sorgen sie für bittere Kälte.

"Oktoberhimmel voller Sterne haben warme Ofen gerne." - Diese "Weisheit" trifft in der gesamten kalten Jahreszeit zu und lässt sich durch einfache Physik erklären: In sternenklaren Nächten kühlen sich Boden und Luft stärker ab als bei einem bedeckten Himmel. Wolken bremsen nämlich die Abstrahlung der Wärme in den Weltraum. Zudem werden im Oktober die Nächte merklich länger und somit verkürzt sich die Zeit der Erwärmung durch die Sonne. Nachts kann deshalb schon Frost auftreten. Am Boden sogar an ungünstigen Stellen bis -5 Grad!

"Wenn Simon und Judas (28.10.) vorbei, ist der Weg dem Winter frei." - In den letzten Oktobertagen sinkt die mittlere Lufttemperatur rasch ab. Die allerletzten Blätter fallen von den Bäumen und das Quecksilber nähert sich immer mehr der Null-Grad-Marke. Nachts gibt es häufig Frost und der erste Schnee fällt zum November auch im Flachland.


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BAUERNREGELN für NOVEMBER


Die Sehnsucht nach Wärme und Sonne ist offensichtlich nicht nur eine Erfindung der Tourismus-Industrie. Schon seit Jahrhunderten freuen sich die Menschen über den „Altweibersommer" oder einen „goldenen Oktober" – vor allem, wenn der Sommer wie in diesem Jahr in weiten Teilen Deutschlands eher grau und trist verlief. Doch mit dem November bricht unweigerlich die kalte Jahreshälfte an.

„Wenn der Winter vor Allerheiligen (1.11.) nicht kommt, kommt er nicht vor Martini (11.11.)" – Neben „Altweibersommer" und „goldenem Oktober" hat eine weitere Schönwetter-Periode einen eigenen Namen erhalten: Im Zeitraum Anfang November können sich dann häufiger Hochdruckgebiete über Europa halten und für Sonnenschein sorgen. Dieser Zeitraum wird deshalb auch als „Nachsommer" bezeichnet. Aber auch bei solch schönem Wetter ist es mit Temperaturen unterhalb von 10 Grad auf jeden Fall kalt, da es in den meist klaren Nächten stark abkühlt.

„Ist Martini (11.11.) klar mit Sonnenschein, bricht bald ein kalter Winter herein. - Hat Martini einen weißen Bart, wird der Winter hart." - Für diese Regel konnten die Donnerwetter-Meteorologen keine Bestätigung finden: Es lassen sich von der Wetterlage am 11. November keine Rückschlüsse auf den folgenden Winter ziehen.

„Wie der Tag zu Kathrein (25.11.), wird der nächste Februar bzw. Neujahr sein." Diese Bauernregel hält der wissenschaftlichen Betrachtung - zumindest teilweise - stand: Ist es um den 25.11. zu trocken, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit (über 80 Prozent!) auch der Februar zu trocken. Auch bei zuviel Feuchtigkeit um den 25.11. wird der Februar zu feucht. Ein Zusammenhang mit dem Neujahrstag findet sich allerdings nicht.

„Friert im November zeitig das Wasser, wird’s im Januar um so nasser." - Auf den ersten Blick ein wirklich grotesker Zusammenhang, den die mittelalterlichen Wetter-Weisen da aufgestellt haben. Aber tatsächlich bestätigen die langjährigen Wetteraufzeichnungen diese Regel: Je häufiger es Anfang November friert, desto mehr Regentage gibt es im Januar. Und das mit einer erstaunlichen Treffergenauigkeit von rund 80 Prozent!


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BAUERNREGELN für DEZEMBER


Die „Vorweihnachtszeit" beginnt immer früher: Schon im September findet man im Supermarkt Lebkuchen und Weihnachtsschokolade. Und ab November werden die Meteorologen alle Jahre wieder gefragt, ob es in diesem Jahr weiße Weihnachten geben könnte. Auch die alten Bauernregeln versuchen auf diese Frage eine Antwort zu geben. Aber es gibt noch mehr erstaunliche Zusammenhänge...

"Fällt auf Eligius (1.12.) ein kalter Wintertag, die Kälte noch vier Wochen bleiben mag." - Es klingt unglaublich: Schon der erste Tag im Dezember soll über das Wetter des ganzen Monats entscheiden? Doch tatsächlich lässt sich diese Regel wissenschaftlich bestätigen. Ist es am Monatsanfang deutlich kalt, hält sich diese Wetterlage meist bis kurz vor Weihnachten. Der Grund ist die Erhaltungsneigung der Großwetterlage in einem stabilen Hochdruckgebiet, das sich nicht so schnell von Tiefs verdrängen lässt.

"Geht Barbara (4.12.) im Grünen, kommt das Christkind im Schnee." - Für Anhänger einer „weißen Weihnacht" die wahrscheinlich wichtigste Wetterregel des ganzen Jahres. Allerdings wird sie von den langjährigen Wetteraufzeichnungen widerlegt: Liegt Anfang Dezember Schnee, so liegt mit 70-prozentiger Wahrscheinlichkeit auch über die Weihnachtstage eine weiße Decke. Ist der Boden Anfang Dezember frei, so wird zu 60 Prozent auch Weihnachten kein Schnee liegen.

"Ist’s an Weihnachten (25/26.12.) kalt, ist kurz der Winter, das Frühjahr kommt bald." - Tatsächlich ermöglicht das Weihnachts-Wetter Rückschlüsse auf das Frühjahr. Ist das Weihnachtsfest frostig, so folgt in fast 70 Prozent der Fälle ein zu warmer Februar, also ein schnelles Ende des Winters.

"Wenn’s auf Weihnacht ist gelind, sich noch viel Kält einfind." - Und auch der Umkehrschluß der vorherigen Regel stimmt: Nach einem zu warmen Weihnachtsfest folgen meist noch Wochen mit Frostwetter. Auch im März und April kann es dann nochmals sehr kalt werden.

"Wie der Dezember pfeift, so tanzt der Juni." oder "Wie der Dezember, so der Lenz." - Einen sehr weiten Ausblick wagt diese Wetter-Weisheit. Und tatsächlich gelingt dieser auch mit einer guten Trefferquote: Fällt der Dezember zu warm aus, ist auch mit rund 70 Prozent ein zu warmes Frühjahr zu erwarten. Auch zum Juni gibt es eine statistische Verbindung: Ist der Dezember sehr kalt, fällt der Juni meist deutlich zu warm aus. Bei Mittelwerten von unter 0 Grad im Dezember können mit rund 70 Prozent Wahrscheinlichkeit zu warme Junitage erwartet werden.


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! Wir bedanken uns bei www.donnerwetter.de für die Analysen der Bauerregeln !




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